The American

Der Film “The American” von Anton Corbijn ist eine Art 100minütiger Lavazza Werbespot. Und zwar nicht nur weil George Clooney mitspielt sondern weil er voller Italien- und Genderklischees ist. Das erstere wäre zu verschmerzen. Klar, die Architektur dieser alten italienischen Kleinstädte ist charmant und kann meinetwegen immer wieder ins Bild gesetzt werden. Dicke, fehlbare katholische Priester à la Don Camillo und Peppone meinetwegen auch. Aber wenn eine junge Prostituierte ins Spiel gebracht wird, die aussieht wie eine gutsituierte Kunstgeschichtestudentin, die total sinnlichen Sex mit dem Protagonisten hat, also nicht sie es ihm sondern wie der Regisseur uns Glauben machen will ER es IHR total gut besorgt, sodass sie sich in ihn verliebt, dann leuten natürlich Alarmglocken… Solch ein Szenario hat denke ich nicht nur sehr wenig mit der Realität von Sexarbeit zu tun, es vermittelt vielmehr den Eindruck, Sexarbeit sei eine lustvolle Freizeitbeschäftigung bürgerlicher Frauen, die eigentlich Liebhaber suchen und keine Freier, und die auf das Geld auch gar nicht angewiesen sind. Da hilft im ganzen Filmsetting selbst die Figur des weiblichen, kühl-souveränen Profikillers nicht, diesen ärgerlichen Altmännerkitsch aufzuwiegen. Zweifelsohne der aus feministischer Sicht blödste Film den ich 2010 gesehen habe. (2009 war das “500 days of summer”)

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